Andachten

Andacht

Andacht 21. September 2022

21. September 2022 | Jürgen Schammer

Andacht 21. September 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Während des Passafests hielt Jesus sich dann in Jerusalem auf. Viele Menschen glaubten an seinen göttlichen Auftrag. Denn sie sahen die Zeichen, die er vollbrachte. Aber Jesus vertraute sich den Menschen nicht an. Denn er durchschaute sie alle. Er hatte es auch nicht nötig, dass ihm jemand Auskunft über die Menschen gab. Denn er selbst kannte das Innerste der Menschen genau.

Schon mehrfach kam es vor, dass in der beliebten Fernsehsendung Wer wird Millionär? bereits bei den einfachen ersten Fragen zu hören war: „Ich stehe gerade völlig auf dem Schlauch!“ Bei anderen Kandidaten passierte das Gegenteil. Da wurde selbstsicher behauptet, man habe den totalen Durchblick – mit dem Ergebnis: falsche Antwort, vorbei der Traum vom großen Geld. Auch im Alltagsleben ergeben sich Situationen, in denen eine richtige Einschätzung der Umstände und kluge Entscheidungen gefragt sind. Da ist es frustrierend, wenn man auf dem Schlauch steht oder sich der vermeintlich volle Durchblick im Nachhinein als Fehleinschätzung erweist. Die moderne Medizintechnik ist in diagnostischer Hinsicht außerordentlich hoch entwickelt. Mithilfe von Röntgen, MRT, Ultraschall und EEG werden die inneren körperlichen Zustände sichtbar gemacht, um notwendige Eingriffe und Therapien vornehmen zu können. Dennoch gibt es bisher kein Gerät, das in der Lage wäre, Denken, Fühlen und Wollen der Menschen vollständig zu offenbaren. Und das ist gut so! Bei Jesus ist das ganz anders. Er war damals nicht nur in seiner Mission als Erlöser unterwegs, sondern zugleich auch als Mensch gewordener Schöpfergott. Deshalb war es für ihn niemals ein Problem, seinen Geschöpfen hinter die Stirn zu sehen. Ihm konnte keiner etwas vormachen, er hatte stets den totalen Durchblick, denn „er durchschaute sie alle“ (Joh 2,24 BB)! Jesus konnte klar zwischen Sein und Schein unterscheiden, erkannte immer die echten Beweggründe der Menschen und reagierte treffsicher. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch das ist gut so! Für mein Leben mit Jesus ist es keineswegs beängstigend, sondern vielmehr befreiend zu wissen, dass er mich restlos durchschaut und kennt. Vor ihm darf ich sein, wie ich bin: versöhnt, angenommen und beschenkt. Diese Gewissheit wünsche ich dir ebenfalls, jeden Tag neu.

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