Andachten

Andacht

Andacht 20. September 2022

20. September 2022 | Reiner Dürsch

Andacht 20. September 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

„Hier ist ein kleiner Junge mit fünf Gerstenbroten und zwei Fischen. Doch was nützt uns das bei so vielen Menschen?“

Er galt als einer der Unscheinbaren im Jüngerkreis – zwar namentlich genannt, aber oft mit dem Zusatz „der Bruder des ...“. Er hatte den Täufer gehört und folgte danach Jesus: Andreas. Ihm lag sehr daran, seinen Bruder Simon auf den Messias hinzuweisen. Überhaupt ist er immer dort zu finden, wo Menschen auf der Suche nach Jesus sind. In Jerusalem ist er zur Stelle, als einige Griechen unter den Festpilgern nach Jesus fragen. Als Tausende begeisterter Zuhörer hungrig waren, erinnerte sich Andreas, dass irgendwo in der Menschenmenge ein Junge sein musste, der Proviant dabeihatte (Joh 6,9). Ich stelle mir vor, wie er das Kind sucht, freundlich sein Anliegen erklärt und ihm Mut macht, sein Essen Jesus zur Verfügung zu stellen. Wie er sich von Herzen freut, dass der Junge seine mitgebrachten Brote und Fische Jesus überlässt! Es sind Gerstenbrote, das Brot der armen Leute. Doch wenn ein Kind etwas schenkt, ist das immer etwas ganz Besonderes. Seine fünf Brote und zwei Fische sorgten durch den Segen Gottes dafür, dass etwa fünftausend Männer satt wurden (Joh 6,10)! Was auch immer gegeben wird: Was durch die Hände Jesu geht, wird reich gesegnet – sei es ursprünglich noch so gering. Jesus achtet darauf. Mit Mangel umzugehen ist seine Spezialität. Jede Not nutzt er, um zu seinem liebenden Vater im Himmel aufzublicken, dem Geber aller Gaben. Für Jesus zählt nicht, wer gibt – Rang und Namen spielen bei ihm keine Rolle. Dass ausgerechnet ein Kind etwas gegeben hatte, war dem Evangelisten Johannes so wichtig, dass er diese Einzelheit unbedingt festhalten wollte. Als der Jünger Philippus mit seiner Logistik und seinem Latein am Ende war, weil keine Ressourcen verfügbar waren, dachte Andreas an den Jungen und seinen Proviant. Wie oft neigen Erwachsene dazu, sich selbst zu helfen. Wer denkt schon daran, dass gerade Kinder gefragt werden wollen und oft bereit sind, ihren Beitrag zu leisten, wo es gerade nötig ist. Auch heute brauchen wir Menschen wie Andreas, die einen Blick für Kinder haben und ihnen Mut machen, sich und ihre Gaben zum Wohl der Gesellschaft einzubringen.

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