Andachten

Andacht

Andacht 03. August 2022

03. August 2022 | Matthias Müller

Andacht 03. August 2022

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

[Wir] werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.

Warum müssen wir vor Gott gerechtfertigt werden? Nicht zuerst, weil wir gesündigt haben, sondern weil wir Sünder sind. Unser Sündersein zeigt sich darin, dass wir Dinge tun, die Gottes Wesen entgegenstehen. Sein Gesetz zeigt mir wie ein Spiegel: Ja, ich bin Sünder. Mein Denken, meine Motive, meine Taten sind die äußeren Zeichen für einen inneren Zustand. Wenn ich nun weniger schlechte Dinge täte und weniger gute Taten ausließe – brächte mich das dem Himmel näher? Nein, an unserem Sündersein ändert sich nichts, wenn wir weniger Sünden tun. Dann sündigen wir doch drauflos! Der Gedanke war schon für Paulus abwegig und auch für Luther war es undenkbar, sich auf den Verdiensten Jesu faul auszuruhen. Nein, ein Mensch, der die Erlösung durch Jesus angenommen hat, zeigt dies im täglichen Leben und wächst dadurch geistlich-praktisch. Gott hat uns die Rechtschaffenheit, die vor ihm gilt, in einem „juristischen Schritt“ zugerechnet. „Christus wurde so behandelt, wie wir es verdient haben, damit wir so behandelt werden können, wie er es verdient hat. Er wurde um unserer Sünde willen verdammt, an der er keinen Anteil hatte, damit wir durch seine Gerechtigkeit, an der wir keinen Anteil haben, freigesprochen werden können.“ (Ellen White, Der Sieg der Liebe, 2016, S. 181) Diese Rechtsprechung ist nicht daran gebunden, dass wir uns bemühen, Jesus ähnlicher zu werden. Das war doch Luthers Qual: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Was muss ich noch tun, damit Gott zufrieden ist?“ Wer sich anstrengt, moralisch einwandfrei zu leben, damit Gott mit ihm zufrieden ist, akzeptiert Jesus vielleicht als Lehrer und Vorbild, aber nicht als Erlöser. Er versucht im Grunde, sich selbst zu erlösen. Gott bietet uns jedoch keine Teilerlösung an, wie etwa: Vergebung durch Jesus, Heiligung (Charakterveränderung) durch unsere Anstrengung. Unsere Erlösung ruht ganz in Christus. Sie beruht nicht auf unseren Taten, nicht auf unserem Charakter oder auf unseren Gefühlen. Gott hat die Erlösung dahin „verlagert“, wo sie sicher ist, nämlich in den Himmel, zu seinem Sohn, dem Hohepriester Jesus Christus. Dieses Geschenk lässt uns dankbar in diesen Tag gehen. Wir sind angenommen. Aus Dankbarkeit versuchen wir, Jesus Freude zu machen.

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