Andachten

Andacht

Andacht 02. August 2022

02. August 2022 | Sylvia Renz

Andacht 02. August 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Der Herr schickte einen großen Fisch, der Jona verschlang. … Da befahl der Herr dem Fisch, Jona am Strand auszuspucken.

Ich habe großen Respekt vor Naturforschern. Sie sind so begeistert von Gottes Schöpfung, dass sie viel dafür einsetzen: Arbeitszeit, Freizeit, Geld – und oft riskieren sie auch ihre Gesundheit. Die Meeresbiologin Nan Hauser erforscht schon seit über 30 Jahren das Verhalten der Wale. Doch nicht vom Computer aus, sondern in Echtzeit und im Wasser. Vor einigen Monaten schwamm sie in der Nähe der Cookinseln neben einem riesengroßen Buckelwal. Plötzlich nahm sie der Wal unter eine seiner Vorderflossen. Er schirmte sie damit vor einem Tigerhai ab, den Hauser irrtümlich für einen anderen Wal gehalten hatte. Dann begann er, die Forscherin mit seinem Kopf und mit der Flosse nach oben zu schubsen. Zehn Minuten lang beschützte er die Meeresbiologin, bis sie an der Oberfläche angekommen war und sich rasch ins Begleitboot flüchten konnte. Hauser war tief bewegt von dieser Rettungsaktion. Sie setzt sich ja seit fast drei Jahrzehnten für den Schutz der Wale ein – nun war auf einmal sie die Beschützte. Wer weiß, wie oft der Schöpfer direkt mit seinen Tieren spricht und ihnen Aufträge erteilt? Das Buch Jona schildert, wie eng Gott mit seinen Geschöpfen verbunden ist. Meerestiere und Würmer, Wind und Wellen, Pflanzen und Hitze gehorchen ihm aufs Wort. Damit ist nicht gesagt, sämtliche Naturkatastrophen seien von Gott bestellt! Leider hat auf unserem Planeten immer noch Gottes Feind das Sagen und nutzt das kräftig aus, damit Menschen in Not geraten und ihr Leben verlieren. Viele Umweltschäden sind auch von uns verursacht. Aber wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass alles in der Welt machbar und beherrschbar wäre. Wind und Wetter sind immer noch nicht wirklich berechenbar, und Gott versichert, dass noch immer er das letzte Wort zu sprechen hat. Paul Gerhardt dichtete im 17. Jahrhundert: „Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“ (WLG 258) Für mich ist das ein starkes Versprechen, das mich ermutigt und tröstet. Unser Vater im Himmel hat so viele „Diener“, die uns zur Hilfe eilen, wenn wir in Not geraten. Es darf auch mal ein Buckelwal sein …

Zurück