Andachten

Andacht

Andacht 14. Januar 2022

14. Januar 2022 | Friedhelm Klingeberg

Andacht 14. Januar 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Wundert euch darüber nicht. Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und es werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.

Während ich über dieses Wort Jesu nachdenke, findet im Hamburger Michel die Trauerfeier für Jan Fedder statt. Tausende sind gekommen, um von dem „Hamburger Jung“ Abschied zu nehmen. 30 Jahre lang war er das Gesicht einer norddeutschen TV-Vorabendserie. Sie haben ihn geliebt, ihren Jan, der auch, als er längst zu Ruhm und Geld gekommen war, seinen Wurzeln auf St. Pauli treu blieb. Der Tag des Abschieds fällt exakt auf seinen 65. Geburtstag. Ein Leben, das keineswegs immer geradlinig verlief, hat sich zumindest kalendarisch gerundet. Der Mann hatte seine Ecken und Kanten und er war stolz darauf, als Raubein mit großem Herzen zu gelten. Da überrascht es dann doch, dass er sich gleichzeitig als gläubigen Christen bezeichnete. „Ich bete täglich und danke Gott für mein Leben. Und wenn es mal vorbei ist, dann hat er es so bestimmt.“ Solche Sätze hätte ich von Jan Fedder nicht erwartet. Umso mehr irritiert mich kurz darauf sein hanseatisch-knapper Kommentar zum Thema Tod: „Ich denke, nach dem Tod kommt nichts mehr. Aus. Schluss. Vorbei. Ein dunkles Nichts.“ Unwillkürlich frage ich mich: Wie passt das zusammen? Kann man gläubiger Christ und gleichzeitig der Auffassung sein, dass nach dem Tod nur noch das große, dunkle Nichts wartet? Welchen Sinn hat dann ein Leben mit Gott hier und jetzt? Der Apostel Paulus hat auf diese Frage eine Antwort gegeben, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt: „Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“ (1 Kor 15,19) Denn: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.“ (V. 14) So ist es, und genau deshalb ist es dem Apostel offenbar ein Herzensanliegen, seinen Leserinnen und Lesern deutlich zu machen: Die Perspektive der Ewigkeit eröffnet sich uns nur dann, wenn wir daran glauben und in der Gewissheit leben, dass Christus auferstanden ist und die Macht des Todes für immer gebrochen hat. Das wird dann ein ganz anderes Leben sein. Schon heute kann es beginnen – auch für dich!

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