Andachten

Andacht

Andacht 10.06.2021

10. Juni 2021 | Sylvia Renz

Andacht 10.06.2021

Bildnachweis: claudiarndt / photocase.de

„Ist es mir nicht erlaubt, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Oder blickt dein Auge
böse, weil ich gütig bin? So werden die Letzen Erste und die Ersten Letzte sein.“

Jesus erzählte diese Geschichte, nachdem Petrus gefragt hatte: „Wir haben doch alles aufgegeben und sind mit dir gegangen. Was werden wir dafür bekommen?“ (Mt 19,27 Hfa) Eine berechtigte Frage! Immerhin hatten die ersten Schüler von Jesus viel riskiert. Jesus versichert seinen Freunden, sie würden in seinem Reich einmal eine besondere Stellung haben: Sie dürften auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Außerdem würden sie das ewige Leben erhalten. Dieses Privileg ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal. Jesus verspricht ewiges Leben in enger Liebesgemeinschaft mit Gott jedem, der ihn als Erlöser annimmt und ihm vertraut. Dann lesen wir von Menschen, die aus Treue zu Jesus ihr Leben geopfert hatten und das Zeichen des Bösen nicht auf Stirn oder Hand getragen hatten. Auch sie nehmen auf Thronsesseln Platz und halten über andere Gericht und regieren mit Jesus 1000 Jahre lang (Offb 20,4) Das sind Christen aus dem „Endzeit-Szenario“, bei dem Satan alle Menschen zwingen will, ein „Bild“ anzubeten und ein bestimmtes Markierungszeichen zu tragen. Diese Treuen werden von Jesus zum ewigen Leben auferweckt und ihr Auftrag lautet: Gericht halten. Wie – jetzt? Diese „Letzten“ in der Weltgeschichte bekommen die gleichen Vorrechte wie die „Ersten“? Besondere Aufgaben im Rettungsplan und das ewige Leben? In diesem Gleichnis arbeitet Jesus zwei unterschiedliche Motive zum Dienst heraus. Die frühen Arbeiter erwarten einen Lohn. Sie meinen: „Es steht uns zu, wir wollen für unsere Leistung bezahlt werden.“ Die letzten Arbeiter sind froh, dass sie engagiert werden. Sie vertrauen ihrem Chef, dass er ihnen das gibt, was in seinen Augen richtig und gut ist. Die erste Gruppe sieht den Wert ihrer Leistung, die zweite Gruppe sieht den Arbeitgeber, dem sie dankbar dient. Den Ersten war die Arbeit ein Mittel zum Geldverdienst, den Letzten war sie ein Vorrecht, weil sie spürten, dass ihr Arbeitgeber „gütig“ war. Diese Güte Gottes kann man nicht verdienen, weder durch hundertprozentige Gesetzestreue noch durch unermüdlichen Einsatz. Gnade ist ein Geschenk, ein Angebot, das jedem gilt. Was könnte mich daran hindern, es anzunehmen?

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