Andachten

Andacht

Andacht 07.04.2021

07. April 2021 | Albrecht Höschele

Andacht 07.04.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter
ihnen.

Es wird erzählt, dass 1941 im KZ Auschwitz, als Vergeltung für die mutmaßliche Flucht eines Mitgefangenen, unter anderem ein Familienvater hingerichtet werden sollte. Der Priester Maximilian Kolbe – Retter tausender Juden – opferte stellvertretend für diesen Mann sein Leben. Kolbe wollte die Welt durch Liebe erobern. In dem Bibeltext gibt Paulus der Liebe Vorrang vor allem anderen. Manch ernste Christen halten diese Meinung für zu liberal, sei doch der Glaube an die richtige biblische Lehre am wichtigsten. Was machen wir dann aber mit der Aussage des Paulus? Keine andere Religion vertritt diese vermeintliche Relativierung des Glaubens. Gerade das macht aber das (ursprüngliche) Christentum so einzigartig und wertvoll. So gibt es für uns keinen Glaubenskrieg, sofern Christus mit seiner Liebe in uns lebt. Er überzeugte gewaltlos und bat selbst am Kreuz um Vergebung für seine Folterer. Auch seine Nachfolger hieß er lieben, sogar ihre Feinde. Diese Liebe hat Einfluss auf unsere Freundschaften und auf alle, mit denen wir nahe zusammenleben: Ehemann und Ehefrau, Kinder, Mütter und Väter, Großeltern und Enkel. Dass man dabei treu bleibt, muss den Mitmenschen unserer Kultur neu vorgelebt werden! Auch wenn wir nicht immer ganz reibungslos miteinander umgehen können, soll der Glaube im Vertrauen zu Gott unser Denken und Handeln demütig machen und uns auch für andere hoffen lassen. Doch es wäre lieblos, wenn wir nicht immer wieder von unserem Glauben und von Jesus weitererzählen würden, der stellvertretend für dich und mich sein Leben gab. Auch er wollte für immer die Welt durch Liebe erobern. Nichts lässt andere den Glauben besser verstehen, als eine lebendig vorgelebte Liebe Gottes. Für alle, die sich dadurch anstecken lassen wollen, darf ich diese Andacht mit dem Wunsch beschließen: „Der HERR mehre euch, euch und eure Kinder. Ihr seid die Gesegneten des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. (Ps 115,14–15)

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