Andachten

Andacht

Andacht 31.03.2021

31. März 2021 | Hans Wilhelm

Andacht 31.03.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich:
Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue.

Ein Baby beginnt zu weinen. Es hat Hunger und möchte diesen Mangel sofort gestillt bekommen. Es ist ungeduldig und muss dies auch sein, um überleben zu können. Von der im Bibelvers beschriebenen Geduld weiß es noch nichts. Der Text nennt eine Reihe von Wesenszügen, die einen nahezu vollkommenen Menschen gestalten könnten. So würde unser aller Leben besser verlaufen, wenn es uns gelingen würde, ein paar der Eigenschaften zur rechten Zeit, am rechten Ort, in natürlicher Weise und in unterschiedlichster Ausprägung abzurufen. Um dahingehend wachsen zu können, möchte ich das Augenmerk heute auf die Geduld legen. Mit Geduld ist nicht die „Schafsgeduld“ gemeint, die alles erträgt und hinnimmt. Auch die Geduld Jesu hat ein Ende, wie es uns in Matthäus 21,12 berichtet wird: „Jesus ging in den Tempel hinein und trieb hinaus alle Verkäufer und Käufer im Tempel und stieß die Tische der Geldwechsler um und die Stände der Taubenhändler.“ Nein, das Wort Geduld hat eine durchaus aktive Bedeutung, es bezeichnet immer auch ein Tun, nicht nur ein Aushalten. Einem gläubigen Christen begegnet im Leben sehr wohl Schweres, aber er kann dieses Schwere durchstehen, weil er mit Gott in Verbindung bleibt. In Psalm 68,20 heißt es: „Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“ Der Gläubige kann in Schwierigkeiten ruhig bleiben und geduldig auf das Eingreifen Gottes warten. Somit ist Geduld auch immer ein hoffendes Festhalten an Gottes Wort und seinen Verheißungen. Diese hoffende Geduld führt nicht ins Leere. Sie richtet sich auf die Hilfe Gottes aus, ja sie erbittet diese Hilfe ausdrücklich. Im Beten werden wir aktiv. Das hatte auch Paulus erkannt und er schrieb an die Römer: „Denn wir wissen: Durch Leiden lernen wir Geduld, durch Geduld kommt es zur Bewährung, durch Bewährung festigt sich die Hoffnung. Unsere Hoffnung aber wird uns nicht enttäuschen. Denn dass Gott uns liebt, ist uns unumstößlich gewiss.“ (Röm 5,3–5 GNB) Ich wünsche uns allen diese so nötige Geduld.

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