Andachten

Andacht

Andacht 20.02.2021

20. Februar 2021 | Wiebke Ritz

Andacht 20.02.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich
überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron.

Wie oft sehe ich Leid, Trauer, Schicksalsschläge, Abwege. Wie oft denke ich an verfolgte Christen oder jene, die unter Krieg und Hunger leiden. Das Böse, der Kampf und der Sieg Christi in seinen Kindern – all das scheint weit weg. Dann sehe ich auf mich. Ist es möglich, als Christ zu viel Schutz, Frieden und Bewahrung zu erleben? Ist es so, dass ich erst durch erbärmliche Not hindurch in Jesu Nähe gelange? Wahrscheinlich zeigt sie sich in ganz unterschiedlicher Gestalt. Ich erlebe Momente vollständigen Friedens und die Präsenz Gottes – wenn ich etwas überwinde, das tagtäglich wiederkehrt: Der Kampf meiner Gedanken. Sefora Nelson singt im Lied Komm in mein Haus von einer Tür, hinter die sie nicht treten will. Auch ich komme nicht raus aus diesem Gedankenhaus. Dort ist so viel, was ich nicht brauche, was kein Licht hineinlässt, die Schatten in eine unermessliche Länge zieht. Jeden Tag kämpft in mir ein Gedanke Gottes gegen einen, der mich von ihm entfernen will. So sollte es doch nicht sein. Sind wir in Gott verwurzelt, müssen wir uns nicht vor der Dunkelheit fürchten, vor den Schatten in der Nacht. Weil Gott in uns wohnt, hat Angst keinen Platz. Noch sieht es in meinem Herzen anders aus, denn der Krieg tobt manchmal darin. Ich weiß, dass das Gute gewinnt, aber noch gelingt es mir nicht, mich vollends von den kleinen Tropfen zu lösen, die mich Finger für Finger von Gottes haltender Hand gleiten lassen. Die Versprechen, die mir der „Leichtsinn des Lebens“ in mein Denken träufelt; Versprechen, federleicht zu sein, um mich dann doch bleiern nach unten zu ziehen. Schlechte Gedanken wie in Matthäus 15,19 sind der Gipfel. Der Unterbau aber ist unendlich groß und verstrickt in die Fäden dieser Welt, denen wir uns nie ganz entziehen können. Gedanken müssen gar nicht so schwarz sein, es reicht schon grau, und ich sehne mich nach wahrem Frieden. Denn es ist der Frieden, der alles mensch-liche Denken übersteigt. Wenn ich mit Jesus verbunden bin, wird er jeden Tag neu meine Gedanken beschützen und mein Überwinder sein (nach Philipper 4,7). Gott sei Dank.

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