Andachten

Andacht

Andacht 31.07.2020

31. Juli 2020 | Margarete Oswald

Andacht 31.07.2020

Bildnachweis: Fraenzel / photocase.de

Doch der Engel des Herrn kam wieder und weckte ihn zum zweiten Mal auf. „Steh auf, Elia, und iss!“, befahl er ihm noch einmal. „Sonst schaffst du den langen Weg nicht, der vor dir liegt.“

In der Schule beeindruckte mich das folgende Experiment eines Lehrers sehr. Er zeigte uns ein Glas, in dem eine Fliege wild umherflog. Nach einiger Zeit setzte sich die Fliege auf den Boden. Sie versuchte noch einmal zu fliegen, fiel dann aber wieder auf den Boden zurück. „Schaut her, was passiert, wenn ich der Fliege etwas Zuckerwasser gebe“, sagte der Lehrer. Gespannt schauten wir auf die Fliege, die gestärkt durch das Zuckerwasser plötzlich mit neuer Energie im Glas umherflog. Ich war erleichtert, als der Lehrer das Fenster öffnete und die Fliege in die Freiheit entließ.
So ähnlich geht es uns auch manchmal. Wir fühlen uns in die Enge getrieben, dauergestresst und ausgelaugt vom Alltagstrubel. Auch Elia kannte das Gefühl, mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Er war auf der Flucht vor dem König Ahab und seiner Frau Isebel, die ihn umbringen wollten. „Da packte ihn die Angst. Er rannte um sein Leben“, heißt es in 1. Könige 19,3. Nach einer Tagesreise bis tief in die Wüste hinein hatte er keine Kraft mehr. Er war fix und fertig und legte sich zum Schlafen unter einen Ginsterstrauch. „Herr, ich kann nicht mehr“, betete er, „ich möchte sterben.“ Für ihn ging es nicht mehr weiter. Doch Gott sagte nicht: „Na gut, Elia, wenn du nicht mehr kannst und willst, dann geht es auch ohne dich.“ Nein, Gott schickte einen Engel, der Elia zweimal weckte, ihm Brot und einen Krug Wasser brachte, ihn aufforderte zu essen, und ihm dann einen neuen Auftrag gab. Gestärkt durch die Speise konnte Elia 40 Tage und 40 Nächte laufen!
Gott gibt uns nicht auf, auch wenn wir erschöpft sind! Er schenkt neue Kraft für neue Aufgaben. Trösten und Mutzusprechen sind Eigenschaften Gottes. Er fordert uns immer wieder auf, mutig zu sein, nicht aufzugeben, weiterzumachen. Und er hat uns versprochen, uns zu begleiten und zu unterstützen. Er versicherte es seinen Jüngern, nachdem er ihnen den Auftrag gegeben hatte, das Evangelium zu verkündigen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt 28,19–20)
Vielleicht triffst du heute einen Menschen, der deinen Trost braucht oder ein paar ermutigende Worte von dir, die ihm durch den Tag helfen.

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