Andachten

Andacht

Andacht 21.03.2020

21. März 2020 | Holger Hentschke

Andacht 21.03.2020

Bildnachweis: mathias the dread / photocase.de

Denn er hat für dich seine Engel entsandt und ihnen befohlen, dich zu behüten auf all deinen Wegen.

Es geschah an einem Donnerstag, einem wunderschönen Frühlingstag. Mein Tag begann wie gewohnt mit Andacht und Gebet, und wie stets bat ich Gott um Wegbegleitung durch den Straßenverkehr und um Bewahrung vor Schaden.
Am Abend, auf dem Heimweg, fiel etwas im Innenraum des Autos hinunter und lenkte mich kurz vom Straßenverkehr ab. Den vor mir haltenden Lastkraftwagen sah ich zu spät und ich fuhr fast ungebremst auf ihn auf. Mein Auto war nur noch Schrott; ich erlitt durch den Sicherheitsgurt viele Prellungen an Schulter und Becken, außerdem Verstauchungen an den Armgelenken, weil ich mich während des Aufpralls am Lenkrad abgestützt hatte. Da das Lenkrad nachgab, schlug ich mir auch die Hände am Armaturenbrett auf. Alle, die das zerstörte Auto sahen, sagten, dass ich viel Glück gehabt hätte, aber ich sah dies in meiner Wut und Enttäuschung anders. Hatte ich morgens nicht um Schutz vor Gefahr und um Bewahrung gebetet? Wie konnte es dann sein, dass mir ein solcher Unfall passiert war?
Als ich endlich zu Hause in meinem Bett lag, entluden sich meine Wut und mein Ärger Gott gegenüber im Gebet: Ich klagte ihn an, wie er das hatte zulassen können, wo er doch versprochen hatte, auf mich aufzupassen. In meiner Rage sagte ich ihm, dass ich ein paar Tage Abstand von ihm bräuchte, um mich wieder beruhigen zu können. Zwei Tage betete ich nicht und machte auch keine Andacht.
Dann las ich in der Zeitung, dass am Tag meines Unfalls, einige Stunden zuvor, ein ähnlicher Unfall passiert war. Ein junger Mann war am Stauende mit seinem Auto auf einen LKW aufgefahren und dabei ums Leben gekommen. Diese Zeitungsmeldung traf mich wie ein Blitz. Ich war auf einen sehr modernen LKW aufgefahren, in dem schon die neuesten Sicherheitsvorkehrungen verbaut waren, und ich war tatsächlich nur leicht verletzt davongekommen. Gott hatte mir also seine Engel geschickt, ich hatte sie nur nicht bemerkt. Mir taten meine Vorwürfe gegen Gott sehr leid. Mit Tränen in den Augen und sehr viel Reue im Herzen bat ich um Verzeihung dafür, dass ich seine Bewahrung nicht sofort erkannt hatte. Ich fühlte, dass Gott mir verziehen hatte. Jetzt bete ich wieder jeden Morgen um Wegbegleitung – und fühle mich begleitet.

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