Andachten

Andacht

Andacht 20.03.2020

20. März 2020 | Christian Lutsch

Andacht 20.03.2020

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Denn sein unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut.

Gott spricht auch heute noch durch sein Wort zu uns. Doch man sagt: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Wenn ich mir Gemälde ansehe, dann kann ich darin erahnen, wie es dem Künstler wohl ging, und welche Gedanken und Gefühle er hatte. Das Bild, das Gott gemalt hat, ist seine Schöpfung. Dort spricht er – ganz ohne Worte.
Alle möglichen Szenen, die man als idyllisch oder romantisch bezeichnet, sind eng mit Phänomenen aus der Natur verknüpft. Dabei ist es ganz egal, aus welchem Kulturkreis man kommt, ob man religiös ist oder nicht, eine Familie hat oder nicht, ob man Technik mag oder nicht.
Die Wissenschaft will diese Phänomene erforschen. Die einen bezeugen: Wie genial! All das scheint nach Entwurf geplant zu sein! Das muss Schöpfung sein! Sie verstehen von unten nach oben: Das Komplexe deutet auf etwas noch komplexeres, auf einen Schöpfergott. Die anderen bezeugen: Wie genial! Es scheint nach Entwurf geplant zu sein! Das muss Zufall sein! Sie deuten von oben nach unten: das Komplexe basiert auf etwas weniger Komplexem, auf kleinsten Molekülen.
Ob man nun an einen Schöpfergott glaubt oder an zufällige Mutation mit „natürlicher Auslese“ – der gemeinsame Nenner ist die Komplexität der Natur. Beide Seiten gehen von der Verstehbarkeit des Universums aus – basierend also auf denselben wissenschaftlichen Daten. Nur die Deutung ist verschieden: hier Evolution, dort Schöpfung. Die Frage ist: Welche dieser beiden Weltsichten passt besser zu den wissenschaftlichen Daten?
Hier bin ich eine Maschine zur Weitergabe bestimmter Gene. Nichts hat einen Wert. Der freie Wille und Moral sind eine Illusion. Was wir Identität nennen, ist Schicksal. Beziehungen sind nicht einzigartig. Am Ende bleibt nur noch: Ich will! Selbstliebe.
Dort erlebe ich, was eine Umarmung mit mir macht. Das Bewegtsein am Ende eines Orchesterwerkes. Der erste Kuss. Der Moment, ein Neugeborenes im Arm zu halten. Alles strebt nach Lebendigkeit. Am Ende bleibt nur noch: Ich bin gewollt! Gottes Liebe.

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