Andachten

Andacht

Andacht 09.02.2020

09. Februar 2020 | Günter Lentzsch

Andacht 09.02.2020

Bildnachweis: m.voigt.1982 / photocase.de

Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

Müssten wir die Aussage, dass unser Leben 70 bis 80 Jahre dauert, korrigieren? Dank moderner Medizin und gesunder Lebensweise werden viele Menschen immer älter; 90 oder sogar 100 Jahre werden von immer mehr Menschen erreicht. Von Mose lesen wir (5 Mo 34,7), dass er 120 Jahre alt wurde. Er hat also auch länger gelebt.
Ob es immer wünschenswert ist, so lange zu leben, ist eine andere Frage. Manche Ältere sagen: „Werde nur nicht alt, das ist nicht schön.“ Körperliche Krankheiten und geistige Einschränkungen können dazu führen, dass mancher gern sterben würde, weil das Leben nicht mehr lebenswert erscheint. Der Tod wird dann als eine Erlösung von den Leiden des Betroffenen, aber auch von den Pflegenden gesehen. Alt zu werden, bedeutet eben auch, die Beschwerden des Alters anzunehmen. Die moderne Medizin ermöglicht es uns zwar, uns am Leben zu erhalten, auch wenn der Geist nicht mehr wirklich am Leben teilnehmen kann; aber niemand wünscht sich das.
Im Psalm 90 wird unsere Sterblichkeit Gottes ewigem Bestehen gegenübergestellt. Ewigkeit ist für uns einfach unvorstellbar. Brauchen wir dann keine Uhren und Kalender mehr? Betrifft die Aussage, dass es keinen Tod mehr geben wird, auch die Tiere? Es bleiben viele Fragen offen. In Offenbarung 21,3–4 stehen aber einige Aussagen dazu (hier in eigenen Worten wiedergegeben): Eine gewaltige Stimme hörte ich vom Thron her rufen: Hier wird Gott mitten unter den Menschen sein! Ja von nun an wird Gott selbst in ihrer Mitte leben. Er wird ihnen alle Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, keine Klage und keine Schmerzen; denn was einmal war, ist für immer vorbei.
Es lässt sich leichter beschreiben, was es alles nicht mehr geben wird. Es wird jedoch ein unvorstellbar schönes Leben in der Herrlichkeit und Vollkommenheit Gottes sein. Darauf dürfen wir uns jetzt schon freuen.

Das Leben zu Ende zu leben, ist kein Kinderspiel. B. Pasternak

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