Andachten

Andacht

Andacht 28.11.2019

28. November 2019 | Jürgen Schammer

Andacht 28.11.2019

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

Schärfe denen, die es in dieser Welt zu Reichtum gebracht haben, ein, nicht überheblich zu sein und ihre Hoffnung nicht auf etwas so Unbeständiges wie den Reichtum zu setzen, sondern auf Gott ... Ermahne sie, Gutes zu tun, freigebig zu sein und ihren Besitz mit anderen zu teilen. Wenn ihr Reichtum in solchen Taten besteht, ist das im Hinblick auf ihre Zukunft eine sichere Kapitalanlage, und sie werden das wahre Leben gewinnen.

Wie kommt Paulus eigentlich dazu, seinem Mitarbeiter Timotheus solch einen Umgang mit den Reichen zu verordnen? Passt das überhaupt zu dem, was er in seinem Brief kurz zuvor recht deutlich geschrieben hat: „Die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis.“ (1 Tim 6,9) Warum schlägt der Apostel auf einmal so sanfte Töne gegenüber den „Reichen in dieser Welt“ (V. 17) an?
Damit geht er offensichtlich nicht mehr konform mit Jesus, der dem reichen Jüngling auf dessen Frage, was er tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen, die klare Anweisung gab: „Verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!“ (Lk 18,22) Und als der junge Mann es nicht fertigbrachte, sich von seinem Reichtum zu trennen und traurig davonging, gab Jesus unmissverständlich zu verstehen: „Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes!“ (V. 24) Jetzt würde ich gerne Paulus fragen, ob er noch immer so umsichtig mit reichen Gemeindegliedern umgehen würde.
Seine Antwort wäre mit Sicherheit ein klares Ja. Warum? Weil unterschieden werden muss, ob jemand aus Geldgier reich werden will und dabei auch krumme Wege nicht scheut, oder ob er zu Reichtum gelangt, ohne dass „Dreck am Stecken“ klebt. Und welche Kirchengemeinde wäre nicht für jene Begüterten in ihren Reihen dankbar, deren hohe finanzielle Unterstützung teure Projekte erst ermöglicht?
Es gibt viele Gelegenheiten, dass auch Reiche zu Schätzen im Himmel gelangen, wenn Herz und Gesinnung stimmen. Noch immer gilt: „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb!“ (2 Kor 9,7)

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