Andachten

Andacht

Andacht 08.09.2019

08. September 2019 | Claudia Mohr

Andacht 08.09.2019

Bildnachweis: zettberlin / photocase.de

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.

Schirme gibt es in unzähligen Varianten: gewöhnliche Regenschirme, praktische Knirpse, elegante Stockschirme, große Terrassenschirme, dekorative Papierschirmchen fürs Speiseeis – es ist für jeden Geschmack und jede Gelegenheit ein Exemplar erhältlich. Den Sonnenschirm soll es bereits seit 4000 Jahren geben. Angeblich haben ihn die Chinesen erfunden. Von da breitete er sich über den Orient über Persien nach Griechenland aus. Die Römer waren ganz clever und entwickelten den Sonnenschirm lederbespannt zum Regenschirm weiter, da es im Norden ihres großen Reiches mehr Regen als Sonne gab. Seitdem wird zwischen Sonnen- und Regenschirmen unterschieden. Bis ins 18. Jahrhundert nutzten in Europa vorzugsweise Frauen dieses Accessoire als Schutz. Ein echter Gentleman wurde nass. Gerade ein Engländer sorgte dann letztendlich dafür, dass der Schirm für den Mann gesellschaftlich akzeptabel wurde. Der Londoner Jonas Hanway trug seinen Schirm jeden Tag durch seine Heimatstadt. Dafür musste er anfangs Spott und Hohn über sich ergehen lassen. Laut Überlieferung wurde er sogar mit Unrat beworfen. Doch seine Beharrlichkeit zahlte sich aus: Hanway machte den Regenschirm im nördlichen Europa populär.
In Israel muss der Schirm bereits zu alttestamentlicher Zeit bekannt gewesen sein. Der Verfasser von Psalm 91 nutzt das Bild vom Schirm, der vor der Sonnenglut schützt. Gott spannt „seinen Sonnenschirm“ über den Gläubigen auf und spendet Schatten. Darunter erfahren die Gläubigen Zuversicht und Hoffnung.
Psalm 91 wird von dem englischen Baptistenpastor Spurgeon als der tröstlichste Psalm von allen bezeichnet, der durch seinen erhabenen Grundton sogar die zu seinen Lebzeiten allgegenwärtige Furcht vor Pest und Cholera hemmte. Er erwähnte, dass in Kriegszeiten dieser Psalm mitunter auf starkem Papier gedruckt und unter dem Heer verteilt wurde, um Trost zu spenden.
Die Hauptaussage von Psalm 91 ist: Gott, der Allmächtige, möchte uns beschützen. So wie ein Sonnenschirm vor Sonne und ein Regenschirm vor Regen schützt. Gönnen wir uns heute diesen Schutz – Gott will ihn uns schenken!

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