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Andacht 07.12.2017

07.12.2017 | von Lothar Reiche

wueStenfUXX | photocase.de

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Ich aber bin alt und grau geworden. 1. Samuel 12,2

Ich las von einer missglückten Geburtstagsfeier. Die Kinder und Enkel hatten den 70. Geburtstag ihrer Mutter bzw. Oma gefeiert. Die Geburtstagsgäste wa­ren fröhlich, nur das Geburtstagskind selbst war es nicht. Grund der Verstimmung war die Geburtstags­torte. Sie war nicht missraten - im Gegenteil: Sie sah köstlich aus und schmeckte ausgezeichnet. Der „Stein des Anstoßes“ war die große „70“, die in der Torten­mitte mit Sahne aufgespritzt war. Dass man ihr die 70 - wenn auch auf süße Weise - so „unter die Nase“ ge­malt hatte, hatte die Jubilarin übelgenommen.

Auch das Altwerden will gelernt sein! Selbst wenn man gar nicht alt werden möchte - man wird es auto­matisch. Vom ersten Tag unseres Lebens an beginnen wir zu altern. Es gilt, beizeiten zu lernen, das Älter­werden anzunehmen, und in Würde zu altern.

„Ich aber bin alt und grau geworden.“ Mit diesen Worten begann der alt gewordene Richter Samuel seine Abschiedsrede vor dem Volk Israel. Dann legte er sein Richteramt nieder.

Vielleicht ist es gerade das, was viele im Alter so belastend finden: Sie können nicht mehr sein, was sie einmal waren. Junge Menschen kann man fragen: „Was möchtest du einmal werden?“ Alte fragt man dagegen danach, was sie einmal gewesen sind.

Alt zu sein gehört genauso zum Leben wie das Jungsein, und alt zu sein ist keineswegs nur Verlust. Gerade im Rentenalter kann ich manches tun, wozu ich in den Jahren davor keine Zeit gefunden habe. Und ich darf vieles lassen, was ich früher tun musste.

Soll ich klagen, weil ich vieles nicht mehr kann? Besser ist es doch, sich zufrieden zu sagen: Das brau­che ich nicht mehr zu können, dazu bin ich glücklicher­weise zu alt.

Aber eine große, schöne Aufgabe bleibt mir auch als Älterem noch. Ein Psalmist formuliert sie so, ein­geleitet mit der Bitte: „Auch jetzt, wo ich alt und grau geworden bin, verlass mich nicht, mein Gott! Kindern und Enkeln will ich erzählen, wie mächtig du bist und wie gewaltig deine Taten sind. Gott, deine Treue reicht bis an den Himmel! Du hast große Dinge vollbracht.“ (Ps 71,18-19 GNB) Und in den folgenden Versen schil­dert er, dass wir dabei auch von „schlimmen Zeiten“ berichten können, in denen wir Gottes Hilfe und Treue erfahren haben.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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