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Andacht 12.10.2017

12.10.2017 | von Friedhelm Klingeberg

bit.it | photocase.de

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Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht ver­gebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.                           Matthäus 6,14-15

„Lieber Herr Klingeberg, als Kind wurde ich von meiner Mutter schwer misshandelt. Ich möchte ihr so gern vergeben, aber ich schaffe es nicht.“

Ich kann nur ahnen, welche Tragödien sich hinter solchen Sätzen verbergen. Vor allem aber bin ich voller Hochachtung für diejenigen, die sie niederschreiben; denn es ist ihnen ein Anliegen, das, was sie im Laufe ihres persönlichen Bibelstudiums als biblische Wahr­heit erkannt haben, in ihrem Leben umzusetzen. Sie nehmen das Wort Gottes ganz ernst - und stoßen da­bei an ihre Grenzen. Dann brauchen sie Trost, Ermuti­gung und „Evangelium“ im besten Sinne des Wortes.

Vergebung ist ja viel mehr als ein geistlicher „Kraft­akt“, und niemand hat das schmerzhafter erfahren als der Erlöser der Welt, damals in Gethsemane und auf Golgatha. Er wusste um seinen Weg, aber selbst er brach unter der Last, die mit diesem Weg verbunden war, zusammen. Und ganz gewiss ist es ihm nicht leichtgefallen, noch am Kreuz seinen Mördern zu ver­geben. „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lk 23,34)

Das liest sich so leicht und geht uns zu Herzen, aber menschliche Kraft reichte nicht aus, um diese Bitte auszusprechen. Auch der Erlöser der Welt war nur deshalb dazu imstande, weil er im entscheidenden Moment alles seinem Vater im Himmel anvertraute. Auch für ihn war das keine spontane Handlung, son­dern der Endpunkt eines schweren Weges, den er allein aus Gottes Kraft und im Vertrauen auf ihn zu bewältigen vermochte. Weil Jesus mit seinem Vater im Himmel gänzlich im Reinen war, fand er auch die Kraft, sogar seinen Mördern Barmherzigkeit zu er­weisen.

Sein Vorbild gilt auch in diesem Punkt bis heute. Deshalb will ich mich nicht in dem vergeblichen Be­mühen aufreiben, aus den unzureichenden Reserven meiner eigenen Kräfte Vergebung und Barmherzigkeit zu erweisen. Diesen Kampf werde ich immer verlie­ren. Ja, auch ich brauche Kraft, um vergeben zu kön­nen. Deshalb vertraue ich auf Christus, und wenn ich kämpfe, dann darum, auch heute ganz eng mit ihm verbunden zu sein. Alles andere darf ich dann getrost in seine Hände legen. Und genau das will ich tun.

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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